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Paracetamol: Das Wichtigste zu Wirkung und Nebenwirkungen

Der Wirkstoff Paracetamol wird häufig gegen Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt. Er geriet wegen seiner Effekte auf die Leber in die Kritik, gilt aber dennoch als gut verträgliches Mittel
von Apothekerin Dr. Martina Melzer, 31.01.2017

Gibt es zum Beispiel als Tablette oder Kapsel: Paracetamol (Beispielfoto)

W&B/Ojo Images

Kurz zusammengefasst: Das Wichtigste zu Paracetamol

•    Paracetamol wirkt leicht schmerzlindernd und fiebersenkend, aber kaum antientzündlich
•    Es hat normalerweise nicht die typischen Nebenwirkungen von ASS oder Ibuprofen, kann aber in hohen Dosen der Leber schaden
•    Paracetamol gilt in Schwangerschaft und Stillzeit nach wie vor als Mittel der Wahl. Schwangere und stillende Mütter sollten es dennoch nur wenn unbedingt nötig anwenden
•    Immer auf die genaue Dosierung im Beipackzettel achten!

Einsatzgebiete: Wofür wird Paracetamol typischerweise angewendet?

Paracetamol dient der symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen. Es lindert also die Beschwerden, beseitigt aber nicht deren Ursache. Außerdem ist der Wirkstoff ein Klassiker gegen Fieber. Paracetamol ist in zahlreichen Medikamenten enthalten, zum Beispiel in Kopfschmerzmitteln, Fiebersenkern und Erkältungspräparaten.

Wirkung: Welche Effekte hat Paracetamol?

Wie der Wirkmechanismus von Paracetamol genau aussieht, ist noch nicht ganz geklärt. Vermutlich gelangt der Arzneistoff über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn und hemmt dort die Bildung von Prostaglandinen. Diese Botenstoffe spielen bei der Entstehung von Schmerz und Entzündung eine zentrale Rolle. Dennoch zeigt Paracetamol kaum antientzündliche Effekte und auch die schmerzlindernde Wirkung ist weniger stark ausgeprägt als beispielsweise bei Ibuprofen oder Actelylsalicylsäure (ASS). Paracetamol blockiert daneben die Effekte von Substanzen, die auf das Temperaturregulationszentrum im Hirn einwirken und senkt so Fieber.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Paracetamol liegt in verschiedensten Arzneiformen vor: Tabletten, Saft, Granulat und Zäpfchen sind einige Beispiele. Wichtig: Je nach Darreichungsform gelten zum Teil unterschiedliche Empfehlungen, wie Sie den Arzneistoff am besten anwenden und was Sie beachten sollten. Unbedingt im Beipackzettel nachschauen!

Der Wirkstoff ist für Säuglinge, Kinder und Erwachsene zugelassen. Besonders bei Babys, Kleinkindern und Kindern müssen die Eltern die Dosierungsangaben in der Packungsbeilage beachten. Sie variieren je nach Alter und Körpergewicht. Wichtig: Keine Paracetamoltabletten für Erwachsene dem Nachwuchs geben! Wer, beispielsweise wegen einer fieberhaften Erkältung, Paracetamol mehrmals täglich anwendet, sollte die Höchstmenge eines Tages nicht überschreiten und auch die im Beipackzettel aufgeführten Zeitintervalle einhalten. So lassen sich potenzielle negative Effekte auf die Leber minimieren. Außerdem gilt: Nicht länger als drei Tage am Stück einnehmen, es sei denn der Arzt hat etwas anderes gesagt.

Welche Nebenwirkungen kann Paracetamol haben?

Im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, ASS oder Diclofenac sind bei Paracetamol kaum unerwünschte Effekte auf die Blutgerinnung oder den Magen-Darm-Trakt bekannt. Der Arzneistoff gilt als gut verträglich und kann nach derzeitigem Wissensstand auch in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

Allerdings geriet Paracetamol als leberschädigendes Mittel in die Schlagzeilen. In der Tat kann der Arzneistoff die Leber angreifen, wenn man ihn deutlich überdosiert, Lebererkrankungen hat, zu lange einnimmt oder andere Medikamente anwendet, die den Abbau von Paracetamol beeinflussen. Abbauprodukte von Paracetamol können zu einem Untergang von Lebergewebe führen, was potenziell lebensgefährlich ist. Symptome einer Paracetamol-Überdosierung sind unter anderem: Übelkeit, Erbrechen, Blässe, Unterleibsschmerzen, Appetitlosigkeit. Wer solche Beschwerden verspürt, sollte unbedingt rasch zum Arzt gehen.

Alkohol kann die Effekte von Paracatamol auf die Leber verstärken, insbesondere bei Alkoholabhängigkeit. Wer im Rahmen einer Erkältung Paracetamol einnimmt, sollte beachten, dass der Wirkstoff auch in vielen Kombipräparaten gegen einen grippalen Infekt vorkommt. Am besten in der Apotheke nachfragen!

Wechselwirkungen: Verträgt sich Paracetamol mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln?

Paracetamol kann mit diversen Wirkstoffen Wechselwirkungen eingehen. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, ob sich andere Mittel, die Sie einnehmen, mit Paracetamol vertragen. Fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, inwiefern solche Wechselwirkungen bei Ihnen relevant sind.

Arzneimittel, die bestimmte Leberenzyme anregen, können die unerwünschten Effekte von Paracetamol auf die Leber verstärken. Dazu gehören bestimmte Schlafmittel, Medikamente gegen Epilepsie sowie der Wirkstoff Rifampicin.

Gegenanzeigen: Wer darf Paracetamol nicht anwenden?

Menschen mit einer eingeschränkten Leber- oder Nierenfunktion sollten Paracetamol nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Dies gilt auch bei chronischem Alkoholmissbrauch und für Menschen, die an einem Gilbert-Syndrom (einer Störung des Leberstoffwechsels) leiden. Wer allergisch auf Paracetamol reagiert, darf den Wirkstoff nicht anwenden.

Hinweis: Dieser Text enthält nur allgemeine Informationen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Lesen Sie sich unbedingt die Packungsbeilage Ihres Medikaments genau durch und lassen sich von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.


Quellen:

Fachinformationen zu Paracetamol
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, WVG Stuttgart, 10. Auflage, 2013
Krauß/Müller/Unterreitmeier, Arzneimitteleinnahme, WVG Stuttgart, 3. Auflage, 2014
Deutsche Apotheker Zeitung 48/2016, 44/2014
Embryotox.de (Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Berlin), Abruf Dezember 2016


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Bildnachweis: Shotshop/crazy mother, dpa Picture-Alliance / Franziska, W&B/Ojo Images

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